Doris Losch: Die falsche Schlange


In der falschen Schlange ist immer irgendetwas. Irgendetwas ist immer. Der Kassiererin gehen die Kleingeldrollen aus, die Papierrolle für die Kassenbons reißt oder ist alle. Dann bezahlt jemand Suppengrün und ein paar Semmeln mit der Kreditkarte und möglicherweise mit der Pin-Nummer stimmt was nicht. Dann erfasst der Scanner einen Artikel nicht und die Artikelnummer muss händisch eingegeben werden.

Mitunter gibt es Zoff an der Kasse und Beschwerden. Ein Kunde macht nach dem Bezahlen kehrt und verlangt Auskunft über den Bon: Wieso steht hier was von Kräuterquark, wo ich doch Tzatziki gekauft habe? Es ist die selbe PLU-Nummer und es ist derselbe Preis. Ach so.

Dann wurde das Trennholz auf dem Laufband vergessen und somit etwas dazu gerechnet, was gar nicht dazu gehört. Rückbuchung. Jetzt will ein Kunde für zehn Zehnerl einen Euro für den Einkaufswagen. Dann ruft jemand von draußen um Hilfe, weil der Euro nicht aus dem Einkaufswagen springt, sondern klemmt. Dann möchte eine Kundin etwas zurückgeben oder umtauschen. Dann hat jemand etwas vergessen und will, obwohl gleich schon fast am Bezahlen, nur rasch zurück und noch Milch holen, die aber ganz hinten im Laden ist. Dann…

Ölkatastrophen passieren ebenfalls: Ein einzeln einkaufender Herr legt die Rapsölflasche aufs Laufband und siehe da, sie leckt. Ein schmieriger Ölfilm legt sich über Hände, Laufband, Waren. Eine neue Rapsölflasche musste herbeigeschafft (von ganz hinten im Laden), eine Öllache auf dem Boden aufgewischt werden (Rutschgefahr).

Doch wie Leben und Karma so spielen. Neulich lief es ganz dumm. Frau stand an der Kasse mit einem beachtlichen Warenberg. Da! Das Geld reichte nicht und mehrere Waren mussten aussortiert und rückgebucht werden und dann war auch noch das Haltbarkeitsdatum eines Joghurts abgelaufen ("hab ich jetzt erst gesehen"). Und das am Samstagvormittag. Die Schlange zischte und murrte. Wurscht. Sollen doch die anderen auch mal ihr Karma abbauen!
Doris Losch