Doris Losch: Wurst-Alarm!


Nun zu den Einzelheiten: Das "Working Document on the Setting of Nutrient Profiles" (Arbeitspapier zu Nährwertprofilen) – schluck – zieht niedrigere Grenzwerte für Salz und Fett. Auf der Strecke bleiben Geschmack und traditionelle Rezepturen. Aus wäre es mit Schwarzwälder Schinken, bayerischem Leberkäs, hessischer Ahlewurst, Nürnberger Bratwurst (allesamt zu fettig und salzig). Möglicherweise käme die "Weißwurst soft", mit umweltfreundlichem Haferflockenzusatz, und die Soja-Mettwurst mit eingewobenen Salz-, nein, Süßwasseralgen.

Salz wird Wurstwaren nicht allein aus Geschmacksgründen zugesetzt. Salz ist für die Haltbarkeit notwendig. Es verhindert das Wachstum von Keimen. Aber Keime dürfen doch erst recht nicht sein. Was also würde Brüssel tun? Vermutlich mehr Konservierungsmittel und Geschmackszusätze aus dem unerschöpflichen EU-Aromatopf einrühren. Diese täten dem Volkskörper, um den die EU sich so aufopferungsvoll sorgt, erst recht nicht gut.

Der Phantasiereichtum der Brüsseler Beamten hat auch die bayerische Brezen im Fadenkreuz. Auf ihr haften bekanntlich hochgefährliche Salzkristalle. Ab auf die Schwarze Liste. Für unsere traditionellen Wurst- und Backspezialitäten empfiehlt sich dann die Rote Liste für bedrohte Arten. Halt! Gibt es da nicht ein EU-Programm für vom Aussterben bedrohte Arten? Klar. Wäre doch gelacht, wenn Brüssel nicht alles in den Griff bekäme …
Doris Losch