Weihnachtsmärkte: Man zeigt wieder Gemüt


Weihnachtsmärkte erleben derzeit fröhliche Urständ. Ihre Popularität hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Herz, Seele und Gemüt und nicht zuletzt der Sinn für Handwerkliches stehen heutzutage auf der Gefühlsskala vieler Menschen ganz oben.

Eine Rückbesinnung auf oftmals verloren geglaubte Traditionen wird wieder sichtbar. Auch wenn vielleicht Kitsch dicht bei Kunst angesiedelt ist, man darf sich ungeniert für kruschtigen Kleinkram begeistern, ebenso wie für edles Handwerk oder eine Tüte heißer Maronen. Mit der dampfenden Bratwurst in der Semmel, aus der beim Reinbeißen Senf oder Ketchup tröpfelt oder einem Glühwein im Keramikbecher, kommen junge und ältere Menschen, Einheimische und Fremde ins Gespräch, die beim Weggehen fast wie zu Freunden werden. Die bäuerlich-rustikalen Weihnachtsmärkte mit ihrem glanzvollen Lichterschmuck, bunten Weihnachtskugeln und duftenden Wachskerzen entfachen Erinnerungen an unbeschwerte Kindertage.

Und dennoch, trotz aller romantischer Gefühle “ Weihnachtsmärkte stellen mittlerweile einen ernst zunehmenden Wirtschaftsfaktor dar. So verwies etwa Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller erst kürzlich auf die Tatsache, dass jährlich rund 25 Millionen Besucher auf allen bayerischen Weihnachtsmärkten für Umsätze von über 750 Millionen Euro sorgen.

Nichtsdestotrotz: Gefühl ist Trumpf, und falls Sie es in diesem Jahr nicht mehr schaffen sollten, merken Sie es sich schon heute vor: ab November nächsten Jahres beginnt erneut die Zeit der liebenswürdigen Weihnachtsmärkte! Spätesten dann dürfen Sie wieder Gemüt zeigen!
bk
Bildtext: Junge Standlfrau auf dem Christkindlmarkt in München. Foto: bk