DGE: Dickes Deutschland

Besonders schlimm ist der Anstieg von Adipositas. Wobei Frauen besser abschneiden als Männer. Von 1999 bis 2013 nahm der Anteil fettleibiger Männer um 40 Prozent zu. Bei Frauen waren es 24,2 Prozent.

Immer mehr ältere Mitbürger sind extrem dick. Bei den über 65-Jährigen hat die Zahl der Männer mit sehr ausgeprägter Adipositas um satte 300 Prozent, bei den Frauen um 175 Prozent zugenommen. Es kommt sogar im hohen Alter noch zu deutlichem Übergewicht – was für pflegende Angehörige und medizinisches Pflegepersonal eine deutlich höhere Belastung bedeutet, z.B. beim Heben und Wenden der Patienten.

 

Bildunterschrift (r.): Ein bisschen Babyspeck war bei Kindern immer normal, verflüchtigte sich aber rasch. Heute sind immer mehr Kinder in Deutschland  bereits adipös. Foto: privat

Bei Kindern und Jugendlichen sieht es nicht viel besser aus. Zwar verlangsamt sich der Trend zu übergewichtigem Nachwuchs ein wenig. Dennoch liegt der Anteil zu dicker Kinder je nach Bundesland zwischen 8,2 Prozent und 12 Prozent, darunter waren 2,8 Prozent bis 5,3 Prozent adipös. Den geringsten Anteil dicker Kinder haben Bayern und Baden-Württemberg. Dazu könnten laut DGE, vor allem die gestiegene Problemwahrnehmung und die einhergehenden ernährungspolitischen Maßnahmen beigetragen haben. Die DGE startete vor gut zehn Jahren auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene zahlreiche Initiativen in der Kita- und Schulverpflegung und führte DGE-Qualitätsstandards ein.

Dennoch, so die DGE, bestehe kein Anlass zur Entwarnung, „insbesondere vor dem Hintergrund, dass extrem übergewichtige Kinder und Jugendliche immer weiter an Gewicht zulegen und therapeutische Programme nur begrenzt wirksam sind“.

Gründe für die allgemeine Fettleibigkeit sind – wie erwartet – zu wenig Bewegung und dauerhaft zu hohe Energiezufuhr durch preiswerte, überall verfügbare schmackhafte Lebensmittel und Fertiggerichte, süße Getränke mit vielen Kalorien.

Trauriges Fazit: Nur noch eine Minderheit der Erwachsenen ist in der Lage, ein normales Körpergewicht bis ins höhere und hohe Alter im Normalbereich zu halten.

Alarmierend: Durch den allgemeinen gesellschaftlichen Trend, Kinder in späteren Jahren zu gebären, sind Frauen häufig bereits zu Beginn der Schwangerschaft zu dick. Übergewichtige Schwangere haben aber ein höheres Risiko für Diabetes und Bluthochdruck mit der Folge von Komplikationen bei der Geburt. Auffallend ist auch die Zunahme des Geburtsgewichts der Babys.
Autorin: Doris Losch

Weitere Informationen:
www.dge.de