Institut Ranke-Heinemann: Nur mit den Fingern Lebensmittel wiegen – erfolgreiche Hilfe bei der Gewichtskontrolle

 

 

 

 

In der weltweit ersten Studie, wurde Fingerbreite als „Maß“ verwendet, um die Menge und das Gewicht an Essen sowie Flüssigkeit in Gläsern einzuschätzen. Die Anzahl der Finger, kombiniert mit geometrischen Formeln von Volumen und Dichte der Lebensmittel, ermöglichen demnach eine objektive und vergleichbar präzise Schätzung des Gewichts des Essens.

Die Studie, geleitet von PhD Kandidatin Alice Gibson des Boden Institutes of Obesity, Nutrition, Exercise & Eating Disorders, wurde im Juli 2016 im Journal of Nutritional Science publiziert.

Die Idee und Motivation zur Entwicklung der Studie resultierte aus dem Versuch der Forscherin, ihre eigenen Essgewohnheiten zu verstehen. Diese ist nun Teil ihrer Doktorarbeit über klinische Studien zum Gewichtsverlust am Charles Perkins Centre der University of Sydney.

Alice Gibson erklärt, dass ihr beim Verfassen eines sogenannten Food Diaries, in welchem alle an einem Tag gegessenen Lebensmittel eingetragen werden, bewusst wurde, wie schwierig es sei, die genaue Menge an Essen präzise einzuschätzen – insbesondere gelte dies für schwer messbare Gerichte wie beispielsweise Lasagne. Die akkreditierte Ernährungsberaterin erkannte folglich eine Marktlücke für Menschen, die auch unterwegs ohne Zugang zu einer Waage auf ihr Essverhalten achten möchten.

In der Studie wurde das geschätzte Gewicht mithilfe der „Fingerbreite-Methode“ mit dem eigentlichen Gewicht des Essens verglichen, ebenso wurden auch andere Möglichkeiten zur Messung beispielsweise durch Fäuste, Fingerspitzen oder Daumen ausprobiert. Die Teilnehmer bekamen als Aufgabe, die Portionsgröße von zweiundvierzig im Voraus gewogenen Lebensmitteln sowie Flüssigkeiten einzuschätzen. 

Die vorgeschlagenen handbasierten Methoden wurden mit Haushaltsmethoden wie Messbechern oder Löffeln sowie mit subjektiv getroffenen Beschreibungen (klein, medium oder groß) verglichen und tatsächlich als präziser befunden. Achtzig Prozent der Lebensmittel wurden mithilfe der „Fingerbreite-Methode“ mit einer maximalen Abweichung von höchstens fünfundzwanzig Prozent geschätzt. Im Gegensatz dazu erreichten nur neunundzwanzig Prozent jener mit Haushaltsmethoden gemessenen diesen Wert.

Wenngleich noch mehr Forschung auf diesem Gebiet erforderlich ist, sieht Alice Gibson großes Potenzial zur Weiterentwicklung der Methode, beispielsweise durch die Verbindung mit Smartphone Apps, welche die Einschätzungen automatisieren sowie präzisieren könnten.

Die Möglichkeit der genaueren Einschätzungen wiederum würde es Ernährungsberatern leichter machen, spezifische Ernährungsempfehlungen und Programme genau auf ihre Klienten zuzuschneiden.
(Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund/Institut Ranke-Heinemann)

Weitere Informationen:
www.ranke-heinemann.de

 

Titelbild/Foto: Mit den Fingern wiegen. Foto: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund/Institut Ranke-Heinemann