VSB: Glyphosat im Bier: Ärgerlich für den Verbraucher

 

 

 

 

In der >Mitteilung des VSB heißt es dazu: „Die gefundenen Werte lagen, laut Umweltinstitut, zwischen 0,46 Mikrogramm pro Liter (µg/l) und 29,74 µg/l, im Extremfall also fast 300-fach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser von 0,1 µg/l. Aus dem Trinkwasser könne diese Belastung nicht stammen, so das Umweltinstitut, denn dieses werde streng kontrolliert. Und bei Braugetreide darf in der Regel, so das BfR keine Spätanwendung erfolgen.

 Getestet und betroffen sind Biere von Krombacher, Oettinger, Bitburger, Becks, Veltins, Paulaner, Warsteiner, Hasseröder, Erdinger, Radeberger, Augustiner, Franziskaner, König, Jever.

„Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken. Glyphosatgehalte von 30 Mikrogramm pro Liter Bier stellen nach dem derzeitigen Stand des Wissens kein gesundheitliches Risiko dar“, heißt es in einer Erklärung des Bundesinstitutes für Risikobewertung.

Doch auch in anderen Lebensmitteln findet sich das Pflanzenschutzmittel. Der zulässige EU Grenzwert für Glyphosat in Sojabohnen liegt bei 20 mg/kg, bei Waldpilzen liegt er bei 50mg/kg. Die zulässige Gesamtbelastung der Verbraucher beträgt 0,3 mg/Kg Körpergewicht (acceptable daily input). Diese Werte beruhen auf Hochrechnungen, Daten, wieviel Glyphosat tatsächlich von einem Durchschnittbürger in Deutschland aufgenommen wird, fehlen.

Für Bier und viele andere Lebensmittel gibt es bisher keine Grenzwerte für Glyphosat. Dies ist aus Sicht des VerbraucherService Bayern dringend nötig

Der VerbraucherService Bayern fordert schon seit langem

  • dass die erneute Zulassung insbesondere für den Hausgartenbereich verboten wird.

  • dass Zulassungen in der Landwirtschaft und im öffentlichen Bereich nur nach strenger Kontrolle vergeben werden.

  • dass derjenige Anwender, der verbotenerweise keine Genehmigung einholt, empfindliche Geldbußen zahlen muss.

  • dass Lebensmittel regelmäßig auf Glyphosat kontrolliert werden. Dies ist bisher nicht vorgeschrieben

  • dass bei einer neuen Zulassung der ADI Wert nicht angehoben wird.

Bereits im März 2015 forderten wir die verantwortlichen Ministerien und Gesundheitsbehörden in einem offenen Brief zum Handeln auf.“

Hintergrundinfos zu Glyphosat
Glyphosat ist einer der weltweit am meisten verwendeten Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln, mit steigendem Einsatz. Es ist ein Breitband- oder Totalherbizid und vernichtet alle Pflanzen, außer gentechnisch veränderten Pflanzen, die dagegen immun sind. Die aktuelle Zulassung in der EU endete Ende 2015, – derzeit läuft eine Verlängerung – dann ist eine erneute Zulassung nötig. Glyphosat wurde bisher als nicht krebserzeugend für den Menschen eingestuft.

Nun hat die Weltgesundheitsorganisation WHO im März 2015 in Lyon Glyphosat auf Basis der zur Verfügung stehenden Studien andersartig eingestuft, nämlich als Kanzerogen Gruppe 2A, also wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen.

Weitere Informationen:
www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/erneute-zulassung-verbieten/

„Glyphosat in Bier“ – Stellungnahme der deutschen Brauer

Der Verein „Münchner Umweltinstitut“ berichtet in einer am 25. Februar 2016 veröffentlichten Pressemitteilung über Spuren des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Glyphosat in Bier. Dazu erklärt der Deutsche Brauer-Bund: 

Wie das Umweltinstitut in seiner Veröffentlichung selbst feststellt, finden sich Spuren von Glyphosat „inzwischen fast überall“. Glyphosat ist seit Jahrzehnten als Wirkstoff in einer Reihe von in Deutschland und weltweit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln enthalten, aus deren Anwendung sich bekanntlich Rückstände in Ernteprodukten und Lebensmitteln ergeben können. Unzählige Studien haben diese Spuren für gesundheitlich unbedenklich erklärt. Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft die in Lebensmitteln nachgewiesenen Spuren wie andere europäische und internationale Institute als gesundheitlich unbedenklich ein …"

 

Weitere Informationen:
www.bayerisch-bier.de