Martina Hasse: „Die Chinesische Tempelküche“


"Rezepte für ein langes Leben" steht im Untertitel des vorliegenden Werkes und Martina Hasse beschreibt in ihrer ausführlichen Einleitung die auf Tradition und jahrtausendelanger Erprobung basierenden Erfahrungen mit vegetarischer buddhistischer Ernährung, die den Leib im Gleichgewicht hält und die Qi-Lebenskraft der Organe unterstützt. Diese Ernährungsform soll sogar eine ganz praktische Variante des Anti-Ageing sein. Leser erfahren von chinesischen Starköchen, Tempeltraditionen und den Spezialitäten der einzelnen Klöster. Fotos von freundlich und stolz lächelnden Chefinnen, Chefs und ebensolchem Küchenpersonal der Klosterküchen und –restaurants, von teeblätterpflückenden Nonnen sowie der Tempel selbst machen das Buch doppelt sympathisch und anregend.

Die Rezeptfotos geben die Sorgfalt und Liebe, mit der die Speisen zubereitet und angerichtet werden, sehr gut wieder. Es klingt vielleicht ein wenig kitschig – aber die Gerichte sind fein-zierlich künstlerisch drapiert und somit äußerst appetitlich. Ein paar Beispiele: Rettichsspätzle mit Chrysanthemenblütenblättern, Kürbisküchlein mit Sesam, Tofu der runzligen Oma Chen, Hochzeitssuppe mit Klebreis und Gingkokernen, Buddhaseide, Seitanspieße mit Chili und Koriander, Bodhisattva-Samantabhadra-Fingerfood. Ein Glossar erschließt die für uns ungewohnten Zutaten, die teilweise nur in Asienläden erhältlich sind oder im Internethandel z.B. in Apotheken.
Vom Deutschen Institut für Koch- und Lebenskunst wurde das Buch zum "Kochbuch des Monats" erwählt.

brikada-Bewertung:
Es braucht schon etwas buddhistische Gelassenheit, um alle Zutaten zusammenzubekommen. Mit Oberflächlichkeit und Hast geht auch bei der Zubereitung gar nichts, wer sich aber auf die Rezepte einlässt, wird mit ganz neuen optischen und geschmacklichen Erlebnissen und viel Lob von den Gästen belohnt. Und wenn es dann noch der Gesundheit wohltut, na, was will der westliche Genießer mehr!

Über die Autorin: Die studierte Sinologin Martina Hasse kocht seit 30 Jahren chinesisch. Sie hat in Taiwan gelebt und China und Taiwan viele Male bereist. Sie ist Expertin für vegetarische buddhistische Küche und Traditionelle Chinesische Medizin. Für ihr neuestes Buch hat sie intensiv mit den Mönchen bzw. den Küchenteams der Klöster in Szechuan zusammengearbeitet. Der Buddhistin und Vegetarerin war es dabei wichtig, den chinesischen buddhistischen Vegetarismus den westlichen Lesern zugänglich zu machen und dabei größtmögliche Authentizität zu wahren.
Doris Losch

Leserbewertung:
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Martina Hasse: "Die Chinesische Tempelküche", vegetarische Originalrezepte aus berühmten buddhistischen Klöstern, 232 Seiten, ca. 200 Farbfotos von Jan-Peter Westermann, gebunden mit Schutzumschlag, 29.90 Euro, ISBN 978 3 03800 498 1, erschienen im AT-Verlag, Aarau und München.

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