Der Mensch trägt Verantwortung für artgerechte Tierhaltung (Nachbericht)


Bei allem Unverständnis gegenüber den jüngst aufgedeckten Gammel- und Ekelfleisch-Skandalen und trotz Abscheu gegenüber skrupellosen Machenschaften einiger Produzenten: diese Vorgänge haben gewissermaßen doch auch ein Gutes: die Diskussion um überlegten Einkauf, bewusstem Umgang mit unseren Nahrungsmitteln sowie eine Rückbesinnung auf den „guten Geschmack“ wurde in der Öffentlichkeit neu entfacht. So etwa auch auf der Eröffnungsveranstaltung der Food & Life, wo Marianne Wager, Vorstandsmitglied Slow Food e.V. Deutschland, und der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller im Rahmen einer Podiumsdiskussion über genussvolles Essen sprachen.

„Tiere sind Geschöpfe, und der Mensch trägt daher für eine artgerechte Tierhaltung die Verantwortung“, unterstrich Marianne Wager, Vorstandsmitglied von Slow Food Deutschland e.V. und ergänzte: „Bei Tieren, die sich wohlfühlen und artgrecht aufgezogen werden “ da schmeckt das Fleisch!“ Auch der Bayerische Landwirtschaftsminister zeigte sich besorgt, „dass gerade Lebensmittel des täglichen Bedarfs immer häufiger zu Niedrigstpreisen angeboten werden.“ Als Folge davon sei zu befürchten, dass immer mehr Kunden „an der Vielfalt und den Qualitätssegmenten der Sortimente vorbeigeführt“ werden. Erfreulich sei es jedoch, dass der Lebensmittelhandel in zunehmendem Maße auf Produkte regionaler Erzeuger und kleiner Anbieter zurückgreift, um sich so vom Discounter besser zu unterscheiden. Für die Verbraucher sei diese Entwicklung vorteilhaft, denn damit kommen regional erzeugte Lebensmittel wieder näher an die Konsumenten. Abschließend appellierte der Minister „wieder heimische Produkte wie etwa Fleisch zu kaufen“. Außerdem verwies der Minister auf die kulinarischen Spezailaitäten bayerns, die vielfach einen authentischen Spezialitätencharakter haben: so etwa Allgäuer Bergkäse, Bayerisches Bier oder Frankenwein. „Es ist gerade die Verbindung von Authentizität, Tradition und sorgfältigen und nachvollziehbaren Herstellungsverfahren, die von vielen Verbrauchern wieder verstärkt gesucht wird.“

Beim Thema Gentechnik im Ernährungsbereich bezog Marianne Wager kategorisch eine Contra-Position. „Wir fürchten, dass die Biodiversität, also die Artenvielfalt, verschwindet.“ Zwar habe es schon immer Tier- und Pflanzenveränderungen gegeben, „aber dies waren stets langsame Prozesse. Gentechnik für Lebensmittel lehnen wir entschieden ab!“