Kochen mit Bierspezialitäten aus Bayern


Schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass Bier nicht nur zur traditionellen Küche à la Schweinebraten mit Dunkelbier-Sauce passt, sondern gerade bei der raffinierten, exklusiven Speisenzubereitung als feines Würzmittel wahre Geschmackswunder vollbringt. Die einzigartige Geschmacksvielfalt der Biersorten, die Bayerns Brauer mit viel handwerklichem Geschick brauen, ermöglicht es, zu jedem Gericht das passende Bier auszuwählen. Denn Bier ist nicht gleich Bier! Doch welches Bier passt nun zu welchen Speisen? Grundsätzlich gilt, dass das Aroma des Gerstensaftes das der Speise nicht dominieren, sondern es unterstützen und hervorheben soll. Deshalb eignen sich zu leichten Gerichten und zu hellem Fleisch und Fisch eher die hellen, und trockenen Biere, mit kräftigen Gerichten und dunklem Fleisch bzw. Wild harmonieren malzbetontere, dunkle und auch stärkere Biere.

Bier ist nicht gleich Bier!
Untergärige Leichtbiere, leichtes Weißbier oder Pils begleiten Salate und vegetarische Gerichte. Dank seines intensiven Hopfenaromas harmoniert Pils auch mit zarten Fleisch- und Nudelgerichten. Zur kräftigeren Fisch- und Gemüseküche passen Lager/Hell und Weißbier. Das vollmundigere Export schmeckt zu den deftigen Gerichten der traditionellen bayerischen Küche. Zu Braten- und Grillgerichten mit intensivem Aroma reicht man dunkle (Weiß-) Biere, Schwarzbier oder die stärker eingebrauten Festbiere je nach Saison. Die dezente Malzsüße von Dunklem, Märzen und Bockbier passt wunderbar zu Süßspeisen. Ein besonderes Geschmackserlebnis bietet das Duo aus gut gereiftem Bergkäse und einem kräftigen, vollmundigen Bockbier.

Kochen mit Bier ist kein Geheimnis. Hier ein paar Hinweise, wie Sie Gerichten mit Bier noch mehr Pfiff verleihen:
1.Bier darf beim Erhitzen nicht einkochen, weil es sonst bitter schmeckt. Verdampfte Flüssigkeit also unbedingt ersetzen.
2.Teig zum Ausbacken treibt leicht auf und gelingt gleichmäßiger, wenn man ihn mit (eiskaltem) Kristall-Weißbier anrührt. Tempurateig: 2 Eigelb, 100 g Mehl, 200 ml Kristallweizen.
3.Köstlich in Salatsaucen und Marinaden: Exportbier! Sein leicht malzaromatischer Geschmack mildert die Schärfe von Essig und Zitronensaft.
4.Fischfilets, über leichtem Hefeweißbier gedämpft, gewinnen ein zartes Hefearoma, das die Geschmacksnerven stimuliert “ ein delikater Appetitanreger für Vorspeisen und Zwischengerichte.
5.Lagerbier verleiht der Hühnerbrühe einen kräftigen Geschmack; mit dem Aroma von Alpenkräutern verbindet er sich zu süffiger Würze.
6.Eine Ingwer-Gemüsesuppe verlangt nach leichtem Weißbier! Die Hefe dämpft die Schärfe des Ingwers, alle Zutaten vereinen sich zu perfekter Harmonie.
7.Zu Lamm passt hervorragend eine dunkle Bockbiersauce. Vorsicht: Das Bier nicht zu stark verkochen, sonst wird es bitter.
8.Auch das Aroma von Wildgerichten wird durch einen Schuss Bockbier noch betont. Achtung: Das Bier nicht zu früh zur Sauce geben, sonst treten die Bitterstoffe zu sehr hervor. Besser: Glänzen Sie den Braten mit einem Pinsel ab, das gibt einen schönen Geschmack.
9.Ein köstliches Dessert: Feigen mit Cognac-Märzenbiersauce. Die leichte Hopfenbittere des Bieres wirkt in Verbindung mit Zucker und Cognac fast wie Zartbitterschokolade “ und mundet wunderbar mit den süßen Feigen. Allgemein passen zu Desserts malzbetonte, süßliche Biere, da diese den Charakter der Süßspeise noch weiter herausstellen.

Bierige Köstlichkeiten, festliche Stimmung
Im Herbst wächst die Lust auf deftigere Gerichte. Die Menüs zu Hause und in den Wirtshäusern werden wieder üppiger und schließen mit verführerischen Desserts. Auf den Berg und Skihütten der bayerischen Alpen schmecken Germknödel, Kaiserschmarrn und Topfenstrudel besonders gut. Und bald lockt die vorweihnachtliche Zeit wieder, Pfeffernüsse und Zimtsterne, Mandeln, Früchtebrot und Maroni zu naschen.
Bayerns Brauer bieten zur Einstimmung auf die kalte Jahreszeit eigens eingebraute Winter- und Weihnachtsbiere. Sie sind in der Regel etwas dunkler und haben einen höheren Stammwürze- und Alkoholgehalt als Vollbiere. Zu den winterlichen Bierspezialitäten zählen Festmärzen, Bock, Doppelbock und Eisbock. Oft haben sie eine zarte Karamellnote und leuchten “ hell oder dunkel “ in warmen Farben von Gold bis Rot-Schwarz. Festbiere müssen mindestens 13 Prozent, Bockbiere über 16 Prozent Stammwürze aufweisen. Die Geschmacks- und Sortenvielfalt der Weihnachts- und Winterbiere ist groß: Ober- und untergärig, hell oder dunkel, feinwürzig, süffig, vollmundig und häufig malzbetont.

Die Saisonspezialitäten erkennt man an den Etiketten mit Winter- oder Weihnachtsmotiven. Nach der Winterwanderung löscht ein dunkles Weißbier den Durst und heizt ein, vor dem knisternden Kaminfeuer schmeckt ein dunkles Export zum Lebkuchen und zum Dessert mundet ein Bockbier.

Bieriges aus der Backstube und der süßen Küche liegt im Trend. Dazu weitere Tipps und Rezepte: www.bayerisches-bier.de

(Der Link wurde am 01.12.2005 getestet.)