Konditorenpralinen auf dem Prüfstand


Mit am Start dabei waren Whiskeytrüffel, Rumtrüffel oder Kirschwassertrüffel. Ebenso vertreten: Rosentrüffel, Maronentrüffel oder Trüffel in den neueren Geschmackrichtungen wie etwa Chilli, Curry oder Blüten-Balsamico. Ungewöhnlich ging es auch bei der Namensgebung zu: Pegnitzer Mäuse, Murnauer-Moos-Trüffel oder Hopfenblüten-Trüffel verrieten den wachsenden Sinn für regional orientierte Produkte.

Bereits seit Jahren prüft der Landesinnungsverband für das bayerische Konditorenhandwerk in München Elisenlebkuchen, Weihnachtsstollen, Baumkuchen und Osterfladen. Nun kamen erstmals Pralinen, die Krönung der Konditorenkunst, auf den Prüfstand.

41 Konditoreien aus Bayern hatten über 120 verschiedene Pralinensorten zu dieser Qualitätsprüfung für Trüffelpralinen eingesandt. Sie unterzogen sich einer freiwilligen Prüfung, um ihre in aufwändiger Handarbeit hergestellten Pralinen von einer Prüfungskommission testen zu lassen. Das Ergebnis: 70 mal konnte „Gold“ und 37 mal „Silber“ vergeben werden. Bewertet wurden der Geschmack und Geruch, die Viskosität (Zähigkeit der Masse) und das Aussehen. Bei den Produkten, die den strengen Prüfkriterien nicht standhielten, leistete die Prüfungskommission Erklärungshilfe, „damit die Konditoren ihre Pralinenprodukte verbessern können“, hieße es seitens der Prüfer.

Pralinen sind „mundgerechte“ Schokolade, die mit so hochwertigen Zutaten wie Canache (Sahnekrem), Marzipan, Sahne, Butter, Nougat, Nüssen, Pistazien, Likör oder Schnäpsen gefüllt werden. Natürlich gibt es für Pralinen eine gesetzliche Regelung, die unter anderen besagt, dass der Schokoladenanteil mindestens 25 Prozent beträgt. Auch die Zutaten sind geregelt, wobei zum Beispiel außer Kakaobutter nur andere pflanzliche Fette mit höchstens 5 Prozent hinzugefügt werden dürfen.

Übrigens, charakteristisch für die Konditorenpraline ist, dass sie grundsätzlich ohne Konservierungsstoffe hergestellt wird “ und dadurch nur begrenzt haltbar ist … letzteres gilt für die wohlschmeckende süße Leckerei meistens sowieso: denn wer kann sich schon bremsen, angesichts so exquisiter Köstlichkeiten!

Foto: ©Brigitte Karch